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Dienstag, 15. März 2016

Unfriend me - mal anders herum

DE: Hallo Ihr Lieben!
Wie waren die letzten Tage für Euch so?

Mich beschäftigt die letzten Monate und in den letzten Wochen immer wieder ein Thema. 

Fremdenhass. AfD. Unfriend me. Refugees welcome. 

Wer hier regelmäßig liest, der dürfte wissen, dass ich auf jeden Fall für die Aufnahme von Flüchtlingen bin. Ich bin auch gegen eine Obergrenze und ich bin gegen Fremdenhass und Gewalt. Und natürlich gegen die AfD. 

Was mich so beschäftigt ist, wie Deutschland plötzlich eine Spaltung erlebt. Am deutlichsten bemerkt man das ja immer wieder auf Facebook. Wie häufig ich in meiner Timeline lese, dass jemand alle Fremdenhasser und AfDler und und und auffordert, ihn oder sie aus der Freundesliste zu löschen oder liked, dass jemand anders das tut. 

Natürlich habe auch ich immer mal wieder gedacht: unfassbar, was für ein lieber Mensch und dann postet der sowas oder die liked dann sowas. Aber mir käme nie in den Sinn, diese Menschen aus meiner Freundeliste zu löschen. 





Heute allerdings hat mich jemand aus seiner Freundesliste gelöscht, weil ich ihm zu positiv gegenüber Flüchtlingen eingestellt bin. 

Man denkt das immer nur anders herum.

Zuerst bekam ich einen relativ ausführlichen Text mit Dank für eine Einladung am Wochenende und dem Hinweis, wir hätten ja doch sehr unterschiedliche Ansichten, ich wisse schon, wie er meine. Er danke mir für alle Angebote und die Freundlichkeit. Er hat sich nicht mal so richtig getraut, es beim Namen zu nennen. Aber mein Verdacht bestätigte als ich ihm darauf antwortete und er mir dann wieder usw. 

Anfangs war ich amüsiert. Als ich aber später am Tag festgestellt habe, dass er mich auch direkt entfreundet hat, wurde ich richtig wütend und musste mich zusammennehmen, um keine unhöfliche Nachricht zu verfassen. 

Das schlimme daran war ein bisschen, dass ich gedacht habe: 
Jetzt habe ich seine Scheiße so lange ertragen, wie kann er mich da entfreunden?

Und dann wurde mir erst klar, dass er vermutlich einfach keinen Bock mehr auf mein Gestichel meiner Posts und Likes gegen seine Ansichten hatte. 

Wir verlieren hier vollkommen aus den Augen, dass es immer um Menschen geht. 

Und damit meine ich nicht die Flüchtlinge, sondern die Menschen, die anderer Meinung sind. Sie lesen ständig Posts, die teilweise humorvoll und teilweise dreist auf ihrer Meinung herumhacken. 

Wir ärgern uns so über ihre Ansichten, darüber wie sie über Notbedürftige und Politiker denken und reden, dass wir ganz aus den Augen verlieren, wie wir selbst mit ihnen umgehen. 

Die Wahlergebnisse am Sonntag haben auch mich erschüttert. Aber am Abend war ich dann unterwegs und traf auf Leute, die unfassbar aggressiv mit ihren Worten waren. Ich bewundere ab und an die Leidenschaft dafür, wenn man sich so für eine Sache engagiert. Und dann dachte ich aber, dass es nur eine andere Art von Hass auf Menschen ist. Die Rechten hassen die Flüchtlinge oder haben Angst vor dem, was mit Deutschland passiert usw. Die Linken hassen die Rechten und haben Angst, was mit Deutschland passiert. 

So geht das doch nicht weiter. Man darf nicht wegsehen und man muss diskutieren. Aber man muss auch den Menschen in die Augen sehen und sie als Ganzes sehen. 

Jeder Mensch hat Respekt verdient. 

Das gilt nicht nur für die Flüchtlinge. Das gilt auch für uns. Für jede einzelne.



Mittwoch, 10. Februar 2016

Großes Herz! - Sieben Wochen ohne Enge // Big heart! - Seven weeks without tightness

DE: Hallo Ihr Lieben! Habt Ihr Fasching/Karneval ordentlich gefeiert und Euch schöne Kostüme organisiert? Heute ist schon wieder alles vorbei und ich bin nicht so richtig böse drum. Ich bin kein wilder Faschingsmensch, obwohl ich in meiner Jugend einige Jahre in der Prinzengarde getanzt habe :)
Genauso wie letztes Jahr, stelle ich auch heute wieder die Fastenaktion vor. Letztes Jahr war das Thema wirklich sehr auf die Anliegen der Plus Size Bewegung zugeschnitten. Es lautete "Du bist schön!  - sieben Wochen ohne Runtermachen". Aber auch dieses Jahr finde ich es wieder sehr passend und darum hier ein paar Worte dazu.


EN: Hello my dears! Have you been to Carnival parties with a beautiful costume? Today it's already all over and I'm not really angry about that . I'm not a wild carnival girl, though I danced in my youth some years in the Prinzengarde :) Just like last year, I'll again get you to know the Lenten Campaign. Last year the theme was really geared to the needs of the plus size movement. It was " You're beautiful - seven weeks without bashing ". But this year I find it again very good and so here a few words .


DE: Aus dem Pressetext:
"...wenn etwas von Herzen kommt, dann geht es meistens ums Ganze: aus vollem Herzen singen, von ganzem Herzen lieben, mit ­ganzem Herzen bei der Sache sein... Das Herz ist als Organ der Kleinlichkeit nicht geeignet, es lebt die Fülle und die Weite! Und es gibt der Barmherzigkeit ihren Namen.
Unser Herz bleibe der offene Ort des Mitmenschlichen. Wenn es sich nicht verhärtet und verschließt, hat es viel Platz für andere. So können wir einander ins Herz schließen, können teilen, gönnen und verzeihen.(...) Einfach mal jemanden einladen, den wir noch nicht kennen. Und einander mit Neugier und ohne Vorbehalte begegnen. Teilen, was da ist, und erleben, dass es für alle reicht. Dass da immer noch Platz ist, wenn jemand hinzukommt. „Sieh das mal nicht so eng“, sagen wir, und es lohnt den Versuch. Sich über das Glück der anderen freuen – und lachen können über den eigenen Neid. Nicht mehr aufrechnen, was war – und Vergebung schenken. Diese innere Weite öffnet den Blick nicht nur für den Nachbarn jenseits des Gartenzauns, sondern auch für den Flüchtling, der von weit her kommt. Wir können Wohnraum, Arbeit und sogar Heimat teilen. Ein großes Herz taugt als guter Gastgeber und Dolmetscher, der enge Grenzen überwindet."

Ich glaube, das schadet uns allen im Moment nicht. Das Herz für andere zu öffnen, tut uns auch selbst gut, es erleichtert uns und macht uns zufriedener. Wie geht es Euch damit? 

EN: From press release: 
"...if something comes from the heart, then it's usually all or nothing: sing wholeheartedly, love wholeheartedly, be wholeheartedly in the matter ... The heart is not suitable as an organ of pettiness, there lives the fullness and the width! And there is the mercy. Our heart be the open place of fellow human. If it does not harden and closes, it has plenty of room for others. So we can today include the heart, share, enjoy and forgive. (...) Just invite someone we do not know. And today with curiosity and without reservations encounter. Share what's there, and see that it is enough for all. That there is still room when someone's added.   This inner width opens the view not only of the neighbors across the garden fence, but also for the refugee who comes from far away. We can share housing, jobs and even home. A big heart is good as a good host and interpreter who overcomes narrow limits."

 I think it's exactly the right time for that. Open your heart for others. You will feel better and more comfortable with yourself. How do you feel about that?

Donnerstag, 31. Dezember 2015

Und auf einmal war 2015 vorbei...

English below!

DE: Ihr kennt das ja. Das Jahr ist vorbei und man blickt zurück. Und voraus. Und irgendwie auf das ganze Leben. Und überhaupt. Die Vorsätze und so. Wo sind sie hin? 

Das soll keiner der Posts werden, in dem ich noch mal resümiere, was im letzten Jahr, bei mir so los war. Wer meinen Blog verfolgt hat, weiß nur zu gut, dass es ausergewöhnlich viele unergründliche Tiefen für mich gab. Natürlich gab es auch Höhen und unglaublich tolle Erlebnisse. Ganz einfach das Leben. Ich will auch keinen Rückblick auf meine Posts oder mein Bloggerleben machen oder meine Vorsätze aufzählen. 

Zu meinem Geburtstag 2014 hatte ich da extra nur vier überlegt und jetzt dürft Ihr mal raten, was daraus geworden ist :)

Und genau damit beschäftigt sich dieser Post! Warum kriegt man das nicht hin? Wo geht die Motivation hin?



In letzter Zeit verfolge ich aufmerksam  das Instagramaccount von hisarahlinda, die meine volle Bewunderung hat. Einerseits beschäftigt mich das Thema abnehmen einfach aus persönlichen, gesundheitlichen Gründen. Es geht also nicht darum, dass man dann hübscher, toller, besser wäre. Das wäre auch Quatsch. Jede Frau kann schön sein. Mir geht es dabei einfach um die Disziplin und die Motivation, mit der sie ihr Leben ändert und wie sie sich darüber freuen kann, was sie schon erreicht hat. Das würde ich auch gerne empfinden. Diesen Stolz. 

Mir fällt das aber irgendwie schwer. Und damit meine ich nicht nur die Abnahme. Ich würde gerne Guitarre spielen, aber dann doch wieder nicht so gerne, dass ich üben würde :) Ich würde gerne mehr reisen und kriege es doch irgendwie nicht gebacken, die Arbeit so zu planen, dass ich genug Urlaub am Stück habe. Ich möchte gerne jede Woche schwimmen gehen und dann kommt doch wieder was dazwischen. Und ich möchte wirklich gerne mehr mit meiner Hündin trainieren und dann bin ich abends einfach doch zu müde. Immer dasselbe. 

Ich möchte, aber...

Wie soll ich so ein Ziel erreichen? Oder sind das gar keine echten Ziele? Wie sehr muss man etwas wollen, um es wirklich zu tun? Oder hindert mich einfach unbewusst etwas daran? Stehe ich mir selbst im Weg? Oder lasse ich mir einfach zu leicht Stolpersteine in den Weg legen? Hoffe ich vielleicht sogar darauf und lasse mich nur allzu leicht selbst fallen?



Ich bin das sehr, sehr leid. Ich finde es unerträglich, mir Dinge vorzunehmen, die dann niemals geschehen. Mir in traumhaften Bildern auszumalen, wie alles sein könnte und es dann doch wieder nicht Realität werden zu lassen. Diese Halbherzigkeit macht mich irgendwie fertig. Damit muss nun Schluss sein. Ich will mir klarer überlegen, was ich wirklich möchte und wie ich das umsetzen kann. Und vor allem will ich mich dann nicht mehr von Kleinigkeiten daran hindern lassen. 

Das hier ist mein Leben und worauf möchte ich da zurückschauen können? Auf viele Abers und Arbeitstermine? Auf verschlafene Abende und ungesaugte Böden? Auf später vielleicht und Wenns?

Mein Leben gehört mir und niemandem sonst und ich will es anders führen. Ich will Schritte gehen und nicht darauf warten, dass jemand kommt und mich an der Hand nimmt, mir zeigt, wie das geht. Niemand muss mich irgendwo hinbringen, ich will selbst dahin kommen. Ich weiß, dass ich es schaffen kann. So viele Menschen schaffen all diese kleinen und großen Dinge an jedem Tag und es kostet oft nicht einmal Mühe. Und ich kann das auch. 



Ich will mein Leben selbst erfüllen und nicht warten, bis jemand kommt und das für mich macht. Ich will glücklich sein und nicht einfach nur nicht unglücklich. Ich will ich sein und nicht nur ein Schatten meiner selbst. Mein Leben soll ich nicht verblassen, während ich es jeden Tag lebe und langsam selbst daraus verschwinde.  

Mein Ziel für 2016 ist also ein ganz einfaches: Dinge tun, anstatt nur darüber nachzudenken. 

Wie ist das bei Euch? Habt Ihr Vorsätze, Ziele, Wünsche? Fällt es Euch leicht, sie umzusetzen? 

So oder so. Ich wünsche Euch einen tollen Start in 2016!




EN: You know the way. The year is over and we look back. And advance. And somehow in all of life. The relotuions. Where have they gone?
This should be none of the posts in which I again recapitulate, what was going on in the last year. Anyone who has followed my blog, knows only too well that there were many unfathomable depths for me. Of course there were ups and incredibly great experiences. Simply life. I also do not want to look back at my posts, or my life or Blogger or enumerate my resolutions.

For my birthday in 2014 I had only four extra-considered and now you may guess what has become of it :)
And just so that employs this Post! Why not get out? Where does the motivation go?
Lately I have been following attentively the Instagramaccount of hisarahlinda who has my full admiration. On the one hand I thinking myself about the subject for personal health reasons. So it's not as you would be pretty, great, better. That would be nonsense. Every woman can be beautiful. I'm doing it simply to the discipline and motivation which changes her live and how she can be happy about what she has already achieved.

I would also like to feel that. This pride. I somehow find that hard. And by that I mean not only the weight loss. I would love to play the guitar, but then again not so much that I would practice :) I would love to travel more and get it somehow not done, to plan the work so that I have enough vacation at the same time. I would like to go swimming every week and then something else is coming up. And I would really like to work more with my dog and then I'm in the evening just too tired. Always the same.
But I want...How can I achieve a goal like that? Or are they no real goals? How much should you want something to actually do it? Or does something unconsciously prevent me from doing it? Am I myself in the way? 


I'm very, very tired of that. I find it intolerable to think about things and then they never happen. I imagine in dreamlike images, as anything could be, and then won't let it become reality. This half-heartedness makes me somehow sick. This now needs to be concluded. I'll think more clearly about, what I really want and how I can implement that. And above all, I will no longer let little things stop it.This is my life and what do I want there when looking back? Many buts and work schedules? Sleppy evenings and dirty floors? Later perhaps and ifs?

My life belongs to me and no one else and I will lead it differently. I want to go steps and not wait for someone to come and take me by the hand, showing me how to do that. Nobody has to take me somewhere, I want get there. I know that I can do it. So many people create all these little and big things every day and it often costs less than trouble. And I can do that too.I want to fill my own life and not wait for someone to come and do it for me. I want to be happy and not just not unhappy. I want to be me and not just a shadow of myself. My life should not fade while I live it every day and slowly disappear even them.

My goal for 2016 is therefore very simple: do things, rather than thinking about it.
How is that for you? Have you intentions, goals, desires? Is it easy for you to implement it?
Anyway! Have a perfect 2016!

Donnerstag, 27. August 2015

Das wird man wohl noch sagen dürfen #mundaufmachen

DE: Heute schreibe ich über etwas, das mich sowohl unfassbar beschäftigt als auch aufregt. 

Manche werden sagen, dass es mit Plus Size nichts zu tun hat, aber das Kernthema ist dasselbe nur in zigfach schlimmerem Ausmaß.

Ich rege mich richtig auf über die Hasstiraden, die in den sozialen Netzwerken gegen Flüchtlinge gerichtet werden. 

Flüchtlinge verbrennen, vergasen, ersäufen???

Das Video von Joko und Klaas habe ich mir mehrmals angesehen und zwar mit gemischten Gefühlen. 

Ich denke, Menschen auf eine Art und Weise zu beschimpfen, der sie vielleicht teilweise intellektuell nicht mal folgen können, ist nicht unbedingt der richtige Weg. 

ABER: ich stimme voll und ganz zu, dass man niemanden im Unklaren lassen sollte, wie man über die aktuelle Asyl- und Flüchtlingsthematik in Deutschland denkt. Man kann gar nicht oft genug sagen, wie man das sieht. 

Ihr seid nicht das Volk, Ihr macht nicht mutig den Mund auf, sondern versteckt Euch in sozialen Netzwerken, nicht besser als kleine gelangweilte Trolle in Foren. 

Ich will gar nicht bestreiten, dass es immer wieder zu unangenehmen Situationen kommen kann. 

ABER: da kommen Menschen, die in panischer Angst all ihr Hab und Gut und alles, was ihnen im Leben wichtig war, zurück gelassen haben, um in Sicherheit leben zu können. 
Und dann kommen die hier her und ihre Unterkunft brennt! Genau wie in ihrem Heimatland, vor dem sie geflohen sind. 

Was ist denn nur los? Ich schäme mich für mein Land. Ich schäme mich für die Berichterstattung, die es sicher im Ausland über Deutschland gibt. Ich schäme mich für Unbarmherzigkeit und Egoismus und Intoleranz. Ich schäme mich für Mitbürger, die aus Unsicherheit ihre Menschlichkeit verlieren und auch noch stolz darauf sind. 

Ich wohne in Rosenheim, das Ihr aus den Nachrichten als Einreisort der Flüchtlinge kennt. Ich kenne einen Flüchtling aus Nigeria sehr gut und weiß genau, wie hart sein Leben hier ist. Im Nachbarhaus ist eine Wohngruppe für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge.

Ich wohne also tatsächlich an einem Ort, an dem es wirklich viele Flüchtlinge gibt und ich kenne persönlich ein paar. Und ich habe noch nie Unhöflichkeiten erlebt. Ich sehe traumatisierte, verschreckte Menschen in einem fremden Land mit einer fremden Sprache, ohne Heimat, ohne Familie, ohne ein Zuhause. Ich sehe Menschen, die Hilfe brauchen.

Dienstag, 28. Juli 2015

Darf ich mir selbst vertrauen?

Das ist so eine Frage, die mich beschäftigt, immer wieder. 

Einmal einfach in der Hinsicht, dass man sich selbst manchmal täuscht und sich Dinge ein bisschen zurechtlegt bis sie so aussehen, wie man sie sich wünscht. 
Und dann auch in der Frage, ob ich in mir selbst vertrauen darf und selbstbewusst sein darf. 

Beides beschäftigt mich in letzter Zeit vor allem, wenn ich auf junge übergewichtige Frauen treffe. Und damit meine ich gar nicht mal ab Größe 50, sondern oft schon 42.

Klar, bis vor 1 1/2 Jahren war es für mich auch noch eine Erleuchtung, dass man im Internet auch Kleidung kaufen kann, die einem passt, wenn man größer als 46 trägt, die einigermaßen modisch und bezahlbar ist.

Und auch jetzt ist es nicht immer einfach für mich. Kann ich wirklich meine Oberarme zeigen? Ist die Hose nicht zu kurz? Das Kleid an der Taille nicht doch zu eng? Ist meine Einschätzung richtig oder sieht es doch doof oder unvorteilhaft aus? 

Also kann ich mir da vertrauen? Habe ich genug Selbstbewusstsein, um mich darin wohlzufühlen?

In letzter Zeit habe ich ein paar übergewichtige Frauen kennengelernt, die hübsch sind, intelligent und wirklich liebenswert. Und doch stehen ihre Zweifel an sich selbst wirklich greifbar im Raum, wenn man mit ihnen spricht, ihre Körperhaltung ansieht, ihre Körpersprache beobachtet wenn sie mit Männern sprechen. Sie trauen sich selbst nichts zu. 

Besonders erschreckend finde ich es immer, wenn ich sehe, dass macnhe sich schon fast aufgegeben haben. 
Wozu nach schöner Kleidung suchen, es gibt ja doch keine?
Wozu schminken und frisieren, wenn die Kleidung doch schon scheiße aussieht?
Wozu Haare waschen, Nägel pflegen, Körperhaare kürzen?


Mir ging es früher auch so. Es war einfach alles eh schon egal und die inneren Werte sind ja ohnehin wichtiger. 

Und das stimmt. Die inneren Werte sind für mich wichtiger und sollten es auch für andere sein. Und doch steckt man direkt in Schubladen, wenn man jemanden zum ersten Mal trifft, ganz unbewusst. 

Außerdem ist es doch einfach so, dass die Details aus einer schönen Sache eine grandiose machen.  Was wäre eine Hochzeitsfeier ohne die liebevolle Tischdeko? Was wäre eine Torte ohne Verzierung? 
Was gibt einer Handtasche von Michael Kors das Besondere?

Ich glaube, sich selbst vertrauen zu können, sich selbst bewusst zu sein und zu mögen beginnt damit, dass wir uns selbst wichtig genug sind, auf uns zu achten. Gerade die kleinen Dinge machen doch oft zwischen dick und dünn keinen Unterschied. Accessoires haben keine Größe, ebenso Frisur und Nagellack. 

Manchmal fällt es natürlich schwer sich zu so etwas aufzuraffen, wenn man das Gefühl hat einen Sack mit einer Jogginghose zu tragen. 

Aber ich erinnere mich gut an einen Satz aus einem Hintergrundbericht über "Sex and the City": Jede Frau in New York sieht toll aus, auch wenn sie ein altes T-Shirt und Jeans trägt, weil sie immer auf Frisur, Maniküre und Make-up achten. 

Und darauf kann nun wirklich jede von uns achten. Auch wenn es vielleicht einen kleinen Motivationsschub braucht, das Ergebnis wird umso mehr Energie geben. Man fühlt sich einfach besser, wenn man sich schön fühlt, man hat eine ganz andere Ausstrahlung und bekommt ganz anderes Feedback. 

Bei mir gibt es da ein akutelles Beispiel. Während der ganzen hochsommerlichen Hitze hatte ich beim Ausgehen immer nur Wimpertusche und kein Make-up, weil ich das Gefühl hatte, ich würde sonst zerfließen. An einem der kühleren Tage habe ich mich ganz dezent geschminkt, aber konturiert und die Augen nude geschminkt. Man konnte also noch nicht mal richtig sehen, dass ich Make-up trug. Es gab aber soviele Komplimente und natürlich habe ich mich dann besser gefühlt! Das waren 10 Minuten meiner Zeit, die mir einen Abend voll guter Laune gebracht haben. 

Und das hebt natürlich das Selbstwertgefühl. So eine minimale Veränderung. Ich bin mir selbst treu geblieben und habe meine schönen Seiten betont. 

Darf ich mir also selbst vertrauen? Darf ich auf meine Entscheidungen vertrauen? Ich glaube schon. Ich glaube, es ist wichtig, sich auszuprobieren und einfach mal zu kucken, wie sich etwas anfühlt, anstatt direkt aufzugeben. Das wird oft belohnt. 

Und wie heißt es in der Werbung so schön: weil ich es mir wert bin!

Donnerstag, 16. Juli 2015

Instagram - "curvy"

Hallo Ihr Lieben, 
vielleicht habt Ihr schon davon gehört, denn es geht heute ja überall durch die Kanäle der Plus Size Bewegung. 

Instagram hat den Hashtag "curvy" gelöscht. Man kann also nichts mehr mit "curvy" taggen oder danach suchen. Der Grund war wohl, dass er missbraucht wurde. 

Es ist aber schon ein bisschen bitter, denn natürlich ist "curvy" ein Begriff, der sich langsam bei uns durchgesetzt hat und gerne von den Plus Size Bloggern genutzt wurde. Leider wurde er wohl aber auch für unpassende Bilder genutzt. 

Krass ist aber schon, welche Hashtags man weiterhin nutzen kann: #uglyfat #bitch #bulimia #pornostar #porns #fatbitch...

Die Liste kann unendlich weitergeführt werden und man kann wirklich viele bedenkliche Inhalte finden. Sehr krass finde ich, dass man ja alleine drauf kommen kann, dass die genannten Hashtags nicht gerade Welpen und Babyschuhe zeigen. Und wieso werden sie dann nicht gelöscht, wenn sie genau die Vorwürfe erfüllen, die "curvy" gemacht werden?

Instagram war schon früher gut dabei, übergewichtige Frauen zu diskriminieren, z.B. wurden ja Profile von dicken Frauen gelöscht, die sich in Unterwäsche zeigten. 

Also wie glaubhaft ist die Argumentation, dass es nur um unpassende Inhalte geht, wenn man problemlos mit offensichtlichen Hashtags andere unpassende Inhalte posten kann?

Es ist sehr diskriminierend und zeigt eine Einstellung zu Plus Size, die ich sehr schwierig finde. 

Wie geht es Euch damit?

Freitag, 3. Juli 2015

Dich zu hassen, ist am meisten anstrengend...

In letzter Zeit spukt mir immer wieder ein Satz durch den Kopf. 

Dich zu hassen, ist am meisten anstrengend...

Diesen Satz sagt Meredith Grey zu Derek Sheperd in der 2. Staffel von Grey's Anatomy. Und irgendwie lässt mich dieser Satz nicht mehr los. Man ist so schnell dabei zu sagen, dass man jemanden oder etwas hasst und in den seltensten Fällen meint man es wirklich so. Hass ist so ein strenges, intensives Gefühl, voller Abgründe und scharfer Kanten, voll Verbitterung und Sehnsucht.

Dich zu hassen, ist am meisten anstrengend...

Ich habe diesen Satz sehr lange zwar verstanden, aber nicht in all seiner tiefen Wahrheit und Verzweiflung wirklich begriffen. So ein Gefühl in seiner vollen dunklen Pracht hat man nicht für x-beliebige Dinge oder Personen, die einem auf die Nerven gehen. Wirklicher, purer Hasse zerfrisst einem die Seele und tut mehr weh als alles andere, was man je erlebt hat.

Hass ist kein Gefühl, das der Person weh tut, die wir hassen. Hass tut uns selbst am meisten weh. Hass ist ein Stacheldraht, der sich langsam und drückend durch unsere Seele windet. Hass ist wie ein winziges Stückchen Glas, das vom Flaschenhals abgerieben wurde und sich langsam durch die Luftröhre kämpft und dabei Schnitte und Wunden hinterlässt und uns jede Sekunde nur allzu bewusst ist. 
So ein Gefühl kann man nun einmal nicht für eine Belanglosigkeit oder flüchtige Bekannte empfinden. 

Noch nie habe ich eine so schreckliches Gefühl empfunden, das mich so zerfressen und so weh getan hat. Noch nie habe ich mir so gewünscht, ein Gefühl würde einfach aufhören, weggehen, mich alleine zurück und heilen lassen.




Vor Kurzem hat mir jemand gesagt, es habe sie erleichtert, einem anderen eine schlimme Verletzung zu vergeben. Ich habe das nicht sofort verstanden. Das hat natürlich damit zu tun, dass man immer davon ausgeht, dass es der andere vielleicht nicht verdient hat, dass ihm etwas vergeben wird. Inzwischen sehe ich das ganz anders. Vergebung ist etwas, das wir für uns selbst tun, damit die ganzen negativen Gefühle verschwinden, die wir durchmachen, wenn wir dieser Person begegnen oder ihr sogar aus dem Weg gehen.

Und Hass ist darunter das Anstrengendste. Es zermürbt und erschöpft zutiefst. 

Das hat ganz einfach damit zu tun, dass man in der Regel Menschen hasst, die man von ganzem Herzen und ganzer Seele geliebt hat und die einen zutiefst verletzt haben. Und man wünscht sich tatsächlich nichts sehnlicher als damit aufhören und diese Bitterkeit beiseite schieben zu können. Man wünscht sich unaufhörlich, sich davon befreien zu können.

Dich zu hassen, ist am meisten anstrengend...

Ich freue mich mehr als ich es je mit Worten ausdrücken könnte auf den Tag, an dem mir dieser Satz nicht mehr durch den Kopf geht. 



 

Freitag, 26. Juni 2015

Starke Frau

Hallo Ihr Lieben, 

wie ist es Euch in der Zwischenzeit ergangen? 

Ich habe mir eine kleine Blog-Pause gegönnt, die einfach nötig war und mir echt gut getan. Ich konnte einiges für mich regeln. Aber ich freue mich riesig, wieder zu posten. 

Heute möchte ich Euch eine relativ junge Website vorstellen. Sie wird komplett von Ehrenamtlichen betrieben und ist ein Projekt von verschiedensten Frauen mit den untschiedlichsten Stärken und Schwächen. 

Ihr findet dort alles mögliche, was Frauen so bewegt, und heute auch einen Artikel von mir :): Starke Frau

Es ist ein richtiges Magazin mit den verschiedensten Themen: 
Fashion, Beauty, Psyche, Gesundheit, Essen & Trinken, Literatur, Starke Menschen und Reisen.

Es lohnt sich auf jeden Fall, dort immer wieder vorbeizuschauen, denn es geht um Frauen wie Dich und mich. 

Und dann dürft Ihr Euch schon auf die nächste Runde der German Curves freuen, die am Sonntag startet. Wir haben wieder ein wunderbares Thema, auf das ich mich schon sehr freue.



Donnerstag, 4. Juni 2015

Vorstellung und Realität

Kennt Ihr das? Man hat Erwartungen an eine Person, eine genau Vorstellung, wie dieser Mensch sein soll und irgendwann stellt man fest, dass die Vorstellung und die Realität miteinander nur wenig zu tun haben. 

In der Pädagogik und auch in Psychologie und Soziologie spricht man von Rollen, die Menschen haben, und von damit einhergehenden Rollenerwartungen.  

Das Spannende dabei ist, dass wir ganz viele Rollen haben, die wir uns gar nicht selbst aussuchen, weil wir sie von anderen zugewiesen bekommen haben oder sie ganz einfach - zumindest vorübergehend - unveränderlich sind, beispielsweise Schwester, Auszubildende, Vorgesetzte, Mitschülerin. 

Bei den zugewiesenen Rollen wird es schon etwas mehr tricky: Klassenclown, Streberin, Harmoniebedürftige, Revoluzzerin, Schlampe, Macho usw..

Das sind Rollen, die wir durch unser Verhalten - oder die Interpretation unseres Verhaltens - von anderem einfach zugeschoben bekommen. Und es ist so gut wie unmöglich, diesen Rollen zu entkommen und die Rollenerwartung nicht zu erfüllen. 

Jeder von uns kennt den oder die, die immer Witze reißt und lustig ist. Wir erwarten von dieser Person also, dass sie auch immer lustig ist und Witze reißt. Ist das nicht der Fall, sind wir verwirrt und fragen nach: Was ist denn mit Dir, was stimmt mir Dir nicht, warum bist Du so anders?. 

Die einfache Möglichkeit, dass derjenige einfach mal nicht lustig sein will, ohne gleich einen schlechten Tag zu haben, ist in unseren Erwartungen nicht vorgesehen. Umgekehrt wird derjenige sich vermutlich das nächste Mal bemühen, wieder lustig zu sein, um nicht wieder angesprochen zu werden. 

Aber was, wenn das eine Rolle ist, die nicht mehr zu ihm oder ihr passt?

Ein anderes Beispiel ist die typische Zicke, die wir auch alle kennen, vielleicht aus dem Büro oder dem Sportverein. Als wir sie kennengelernt haben, war sie patzig und launisch und vielleicht auch oberflächlich und wir haben sie direkt so in ihre Schublade gesteckt. Und da ist sie nun. Da ist für uns bequem, weil wir dann wissen, woran wir sind. Wir haben uns entschieden: die ist nicht unsere Freundin, die nervt, die zickt immer, die macht immer Drama. Von dort aus interpretieren wir nun ihre Aktionen und Reaktionen.

Wenn ihr Verhalten nun aber nicht mehr in unsere Schublade passt, dann stecken wir sie gerne trotzdem rein. Wir erklären uns auf andere Weise, wie sie doch wieder in die Schublade passt, warum hinter der Nettigkeit etwas anderes stecken muss oder warum die Gute-Laune-Kumpelart hinterhältig ist. Sie könnte nett sein, wie sie will, wir würden es nicht glauben wollen, weil wir ja anfangs gelernt haben wollen, wie sie in Wirklichkeit ist. 

Warum erzähle ich das alles? Weil das unser Leben mehr beeinflusst als uns das bewusst und lieb ist. 

Mir ist das in letzter selbst und auch bei Bekannten und Freunden immer wieder begegnet: die Beziehung steht vor dem Aus oder braucht dringend Hilfe. 

Das Verhalten hat sich eingefahren, wir wissen genau, was wir vom anderen erwarten und wollen und schreiben ihr/ihm immer wieder diesselbe Motivation und Reaktion zu. Positiv wie negativ. 

Es ist sehr schwer für denjenigen aus der Rolle zu kommen und noch schwerer für uns zu akzeptieren, dass derjenige sich inzwischen verändert hat und hinter dem neuen Verhalten etwas ganz anderes steckt und nicht einfach nur dasselbe in neuem Gewand.  

Ich finde das erschreckend, weil es zu festgefahrenen Situationen und Missverständnissen führt, die niemand will. Man steht dann vor einem Scherbenhaufen und weiß nicht so recht, was da eigentlich passiert ist. Man hatte es doch anders gemeint, man wollte sich doch ändern, man wollte glücklich sein. Und doch gelingt uns das kaum. Wir sind Gewohnheitstiere, die gerne wissen, wie die Dinge laufen und nicht so offen für Neues sind, wie wir es gerne wären. Und manchmal droehen wir dann regelrecht im Strudel der Erwartungen und Hoffnungen zu ertrinken.

Auch mit Plus Size und Bodypositivity hat das eine ganze Menge zu tun. Wir stecken uns selbst in die festgefahrende Rolle der faulen, fetten Versagerin, die disziplinlos und hässlich ist und gehen fest davon aus, dass auch die anderen uns diese Rolle zuschreiben. 

Und jetzt kommt die große Überraschung: diese Gefühl, dass man nichts Wert ist, geht in den seltensten Fällen weg, weil man abnimmt. 

Viele malen sich aus, wieviel einfacher ihr Leben wäre, wenn sie nur endlich abnehmen würden. Aber das ändert nicht die Einstellung, die wir zu uns selbst und zu den Menschen um uns herum haben. 

Das klingt jetzt alles, als ob man nichts machen könnte. Aber genau so ist es eben nicht. Darum schreibe ich hier darüber. 

Es ist wichtig, dass wir uns selbst und unsere Einstellungen und Voruteile immer wieder hinterfragen und herausfinden, was dahinter steckt! 

Stimmen Vorstellung und Realität überein?
Ist er wirklich herrschsüchtig? Bin ich wirklich disziplinlos? Nimmt sie mich wirklich nicht ernst? Ist sie wirklich launisch? Habe ich das richtig eingeordnet? 

Ich glaube, wir können soviel mehr gewinnen, wenn wir immer nachspüren, ob wir richtig liegen oder ob wir es nur leicht machen und wieder nach Schema F vorgehen. 

Es mag erst einmal mühevoll sein nachzufragen, aber macht unser Leben langfristig schön und erfüllt.

Mittwoch, 27. Mai 2015

Hedi Schneider steckt fest

Hallo Ihr Lieben, 
habt Ihr das lange Wochenende genoßen?
Ich war in einem kleinen Kino in der Nähe. Das hat mir irgendwie total gefehlt, einfach mal wieder so ein alternatives Mini-Kino mit einem Mann, der hinter einer Glasscheibe Abreißkarten von der Rolle ausgibt, Limonade in Glasflaschen und Gummibärchn verkauft und einem einzigen Saal mit alten Klappsesseln ohne Getränkehalter. 

Die Beschreibung des Films durch das Kino fand ich nicht so wahnsinnig gelungen, sie lautete: "Hedi Schneider steckt fest. Erst im Aufzug und dann im Leben." Aber trotzdem wollte ich den Film gerne sehen. Er läuft bereits seit 07. Mai, aber wohl eher nicht in den großen Kinos.

Worum geht es nun in "Hedi Schneider steckt fest"?
Hedi Schneider steckt nicht hipstermäßig im eigenen Leben fest, wie man am Anfang des Filmes vermuten könnte. Sie ist zwar etwas verschroben und alternativ, aber auf eine sehr liebenswerte Art. Sie führt eine glückliche, erfüllte Ehe und hat einen Sohn, mit dem beide Eltern sehr liebevoll umgehen. 
Eigentlich passiert nichts weiter, das für ihr Leben einen dramatischen Einschnitt böte. "Kleinigkeiten" summieren sich. Und plötzlich hat sie eine Panikattacke. Die kündigt sich nicht groß an. Von einem Moment auf den anderen wird alles anders. Hedi entwickelt eine Depression, was eindrücklich, aber auch sehr achtsam und an den richtigen Stellen humorvoll, erzählt wird. Die Hauptdarsteller Laura Tonke und Hans Löw spielen authentisch und ergreifend lebensnah.

Auf der Homepage des Filmes heißt es: 
Hedi, Uli und ihr Sohn Finn haben sich ihr Leben gut eingerichtet – sie nehmen den Alltag, wie er kommt und träumen von dem, was sein könnte. Doch plötzlich steckt Hedi fest. Erst mal nur im Aufzug, aber dann auch im Kopf. Und mit einem Mal ist nichts mehr, wie es war. Obwohl sie versuchen, aneinander festzuhalten, gerät Hedis und Ulis Welt aus den Fugen. Um ihrer Liebe eine letzte Chance zu geben, beschließen sie, nach Norwegen zu reisen und noch einmal glücklich zu sein - zumindest für 24 Stunden.
Mit schwebender Leichtigkeit und zärtlichem Humor beschreibt HEDI SCHNEIDER STECKT FEST, dass auch im Beziehungsleben der 30-Something-Generation die Liebe bleibt, was sie ist: etwas ganz Fragiles.
Nach Hotel Very Welcome beweist Regisseurin Sonja Heiss erneut ihr besonderes Gespür für den schmalen Grat zwischen Tragik und Komik. Mit großer Liebe zu ihren Figuren erzählt sie davon, was passiert, wenn das gewohnte Leben plötzlich verschwindet.



Was mich an diesem Film so bewegt hat: 
Mich hat sehr vieles sehr bewegt. Zum Einen gab es beruflich und privat in meinem Leben immer wieder Menschen, die Depressionen hatten. Zum Beispiel die Problematik, dass man wochen- und monatelang hofft, dass eine Antidepressivum anschlägt, ist mir sehr vertraut. Besonders erschütternd war es, immer wieder zu erleben, dass die Medikamente nicht anschlagen und den Patienten zur "Geduld" geraten wird. 
Auch im Film wird das thematisiert. 

Hedi bekommt besonders starke Tabletten für den Notfall mit. Ihr seelischer Druck ist aber so groß, dass sie fast jeden Tag dazu greift und dann genau das Gegenteil erlebt, himmelhoch jauchzend. 

Mich hat auch sehr beeindruckt, dass Klischees aufgegriffen wurden. Die guten Ratschläge etwa. Die Mutter erzählt, was sie tut, wenn es ihr nicht gut geht. Viele Menschen verstehen nicht, warum man sich aus einer Depression nicht herausgraben kann. Sie verstehen nicht, warum man ohne erkennbaren Grund mehr als nur niedergeschlagen ist, warum allein schon aus dem Bett aufzustehen zu einer unüberwindlichen Herausforderung wird, warum sich die Situation überhaupt nicht mehr ändern will. 

Besonders gut fand ich, dass auch die Sicht des Partners gezeigt wird. Der Film ist mehr beobachtend, aber mit Tiefe. Und so sehen wir, wie Uli mit sich kämpft, wie er alles für Hedi tun will, seinen Lebenstraum zurückstellt, wie er verzweifelt, irgendwann nicht mehr kann, wie sein eigenes Leben zu verschwinden droht unter dieser riesigen schwarzen Wolke, wie er Hedi aber trotz allem noch liebt, Fehler macht und doch bedingungslos bei ihr bleibt. 

Ganz wie wir es vom Fernsehspiel kennen, ist es ein kurzer Einblick in ein ganz gewöhnliches Leben, mit offenem Ende. Der Film endet damit, dass die Familie einen Tag Glück in Norwegen findet. Es scheint aber immer wieder durch, dass der ganze Urlaub Hedi nicht so leicht fällt, wie es tagsüber aussieht. Ganz eindrücklich bleibt eine der Urlaubsszenen für mich. Hedi und Uli hatten vereinbart einen Tag glücklich zu sein, was ihnen auch gelingt. Abends sitzen sie auf der Veranda und Hedi sagt fast erleichtert "Jetzt ist es vorbei". 

Es wird gezeigt, wie es im wahren Leben mit Depression oder Angststörung nun mal einfach ist. Es gibt bessere Tage und schlechtere und der Übergang ist ganz und gar fließend. 

Hedi kämpft und ringt mich sich und ihrer Krankheit, sie versucht Tipps, Tricks, Techniken, Medikamente. Hedi hat Menschen, die sie lieben und alles für sie tun. Und doch bleibt eines ihr ständiger Begleiter: die Angst. 

Wer Lust auf einen grandiosen deutschen Film mit hervorragenden Schauspielern hat, sollte "Hedi Schneider steckt fest" nicht verpassen.

Freitag, 22. Mai 2015

1 year charming curves

DE: Genau heute vor einem Jahr ging mein erster Post online. Wahnsinn wie schnell die Zeit vergeht! Seitdem hat sich in meinem Leben viel verändert, sowohl durch den Blog, als auch durch andere Dinge. Heute will ich ein bisschen zurückschauen. 

EN: Exactly one year ago my first post went online. Crazy how time flies! Since then a lot has changed for me, through blogging and through other things as well. Today I want to have a little retrospect.


DE: Es ist schon lustig, wenn man sich so erinnert. Mein erstes Blogdesign war beispielsweise ganz und gar pink, mit rosa Hintergrund usw. Das folgende war Pink auf grau und nun hat es sich wieder weiterentwickelt. Ich weiß gar nicht, warum ich mich für rosa entschieden hatte, die Farbe mag ich gar nicht so besonders :) Mein Blog ist ein bisschen erwachsen geworden. Hier findet Ihr meine ersten Outfits mit den weltdunkelsten Haaren und ganz und gar steif :) Die Brille lasse ich heute weg, weil sie oft spiegelt und gute Bilder dann aussortiert werden müssen. 

EN: It's funny to remember. My first blog design for example, was entirely pink, with pink background, etc. The following Pink was in gray and now it has evolved again. I do not know why I had decided for pink, the colour I like not so special :) My blog has become a bit grown up. Here you will find my first outfits with the world's darkest hair and stiff like a poker :) I leave the glasses out now as they do reflect a lot and so good pictures would have to go very often.




 
DE: Ich habe im letzten Jahr soviele tolle Menschen kennengelernt und auch in mir hat sich durch das Bloggen viel bewegt. Ich bin selbstbewusster in meiner Kleiderwahl und auch im Umgang mit Kritik an meiner Figur geworden. Ich habe mich akzeptiert, wie ich bin und denke nicht mehr den ganzen Tag darüber nach, was für eine Versagerin ich bin, nur weil ich zuviel Schokolade gegessen habe. 

Ein besonderes Highlight waren natürlich die Events, die Plus Size Fashion Days und die curvy in Berlin. Ich freue mich immer sehr darauf, die anderen Bloggerinnen wieder zu treffen und andere kennenzulernen, deren Blog ich selbst schon lange gelesen habe. 

Ich freue mich immer wie ein kleines Kind, wenn eine Kooperationsanfrage kommt oder ich einen gut durchdachten positiven Kommentar bekomme. Mir ist es gar nicht so wichtig, möglichst viele Follower zu haben. Für mich ist es entscheidend, dass Ihr hier etwas mitnehmt, was Euch gut tut. Es war nie mein Ziel, eine von den Großen zu werden, aber trotzdem bin ich immer wieder begeistert, wenn ich entdecke, dass jemand Neues zu den Lesern dazukommt oder mir schreibt, dass etwas nachgekauft wurde. 

Ich danke Euch, dass Ihr meine Posts nicht einfach im luftleeren Raum verhallen lasst, sondern mir Rückmeldung gebt und Interesse zeigt. Was wäre ein Blog ohne die Leser?

Auf das nächste Jahr bin ich schon sehr gespannt und ich hoffe, Ihr seid dabei. 

EN: I have met so many great people during the last year and also a lot has moved in my own mind through blogging. I am confident in my choice of clothes and in dealing with criticism of my body. I accept myself as I am and do not think all day about what a loser I am, just because I've eaten too much chocolate.A special highlight were of course the events, the Plus Size Fashion Days and curvy in Berlin. I am always very excited to meet the other bloggers again and get to know others whose blogs I've been reading for a long time.I am always happy like a little kid, when a cooperation request comes in or I get a well-designed positive comment. To me it's not so important to have many followers. For me it is crucial that your get somethin to feel good. It was never my goal to become one of the great, but I'm always thrilled when I discover that someone is new to the readers or writes me that something was bought from my outfit.I thank you that you make my posts not fade away in a vacuum, but give me feedback and show interest. What would a blog be without readers?I'm really excited about the next year and I hope you stay with me.